Books are forced to look scruffy
Untertitel: Warum total abgelesene Bücher so toll sind.

Also, ich schreib jetzt hier was über ästhetische Taschenbücher, die mindestens die Eigenschaft zu erfüllen haben, dass sie fast auseinander fallen, man den Großteil der Seiten durch Tesafilm rettten musste oder sich der Kleber schon so langsam aber sicher in seinen gasförmigen Ursprungszustand zurückentwickelt hat (sprich: er ist nicht mehr exsistent).
Taschenbücher sind toller, wenn sie schon so oft gelesen hat, dass man sie durchblättern kann und genau die Stelle wiederfindet, die man mindestens schon 8ooo Mal gelesen hat (man kann sie also auswendig, aber das ist egal) aber immer noch toll findet. Die Seiten sind dann auch nicht mehr versiegelt, sondern man merkt, dass das in einem früheren Leben mal ein Baum gewesen ist.
Den Buchrücken hat man in dieser Phase schon mindestens 8 Mal wieder ankleben müssen, man kann das Buch auch nie wieder auf dem Flohmarkt oder so verkaufen, weil es einfach aussieht, als wäre ein Zug drübergefahren, aber das ist einem dann egal.
Ich habe besagtes Exemplar bei mir zu Hause rumstehen ("Das stürmische Mädchen" von Leo Lindner), man kann das Buch einmal komplett umschlagen, also das sich Cover und Rückseite berühren, obwohl ich das Buch nie so geknickt habe.
Man könnte sich nach jahremlangem Immerwieder-Lesen des Buches auch einfach mal eine neue Ausgabe leisten, aber das ist ja nicht der Sinn der Sache.
Ein ästhetisches Taschenbuch muss eben wie schon dreimal gestorben und viermal in die Badewanne gefallen sein aussehen, das erst macht den Charme ästhetischer Taschenbücher aus.

So ich hab jetzt genug über abgenutzte Taschenbücher geschrieben, ich hoffe man hat meinen Ansatzpunkt verstanden (ich frag mich gerade selbst, welcher der war o.O)