Gegenthese: Warum gebundene Bücher einfach ästhetischer sind
Ich bekenne: Ja, ich hasse (neue) Taschenbücher. Alte Taschenbücher haben Style. Neue Taschenbücher sind scheiße. Taschenbücher, die so sind, wie im vorher gehenden Beitrag von meiner Kollegin beschrieben sind toll. (Siehe meine Ausgabe von "Per Anhalter durch die Galaxis", die mittlerweile schon fast 30 Jahre alt ist - 9 Jahre älter als ich)
Ich bekenne außerdem: Ja, ich HASSE es, wenn bei Taschenbüchern (vor allem neuen) der vordere Buchdeckel absteht. Das ist das Grauen. Ich lege dann immer irgendetwas drauf, um den Versuch des betreffenden Buches mich zur Weißglut zu treiben bereits im Keim zu ersticken.
Und ich hasse Reclam-Bücher. Ja, sie sind billig. Ja, das format ist vielleicht praktisch. Und nein, ich würde auch nicht übermäßig viel Geld in Schullektüren stecken, die ich einmal lese und dann beseitige. Aber in meinen Augen gibt es ansonsten kein Argument, dass die bezeichnung "Buch" für derartige Heftchen rechtfertigt.
Ich bin der festen Überzeugung, dass es Geschichten gibt, die nicht in Taschenbuchform veröffentlicht werden sollten, weil es die Atmosphäre zerstört. Alte Bücher zum Beispiel.
Ich bin seit neustem stolzer Besitzer einer gebundenen Sammelausgabe von Sherlock Holmes. Ich bin seit längerem stolzer Besitzer sämtlicher Holmes-Geschichten auf Deutsch- allerdings als Taschenbücher. Und ich muss sagen: Obwohl die Englische Version 4 Tonnen wiegt finde ich sie eindeutig ästhetischer.
Gebundene Bücher kann man nicht zerknicken. Sie werden nicht so leicht wabbelig, man kann andere Sachen damit beschwehren. Man kann Leute damit erschlagen und was das beste ist: Der Buchdeckel kann nicht abstehen.