Wahrheit wird mit Blut geschrieben...
Die italienische Renaissance - Florenz im Jahre 1476...
Ezio Auditore wird Zeuge, als sein Vater und seine Bruder in Folge einer mysteriösen Verschwörung gegen die Familien öffentlich des Hochverrats angeklagt und hingerichtet werden. Ezio schwört Rache, muss aber zunächst mit seiner Mutter und Schwester aufs Land fliehen, um diese zu beschützen. Dabei lässt er unter anderem seine große Liebe, Cristina, zurück. Auf dem Landsitz seines Onkels erfährt Ezio schließlich, dass sein Vater, nicht nur ein Bankier war, sondern ein Assassine. Und er war nicht der erste Assassine in der Familie... Ezio tritt in die Fußspuren seiner Vorfahren, lässt sich ebenfalls zum Mörder ausbilden und macht sich auf um die Verräter zu jagen, die seine Familie auf dem Gewissen haben. Dabei stößt er auf die Spuren einer Uralten Prophezeiung und Relikte, die an den Grundfesten des christlichen Glaubens rütteln.

Zunächst mal... nicht überall, wo "Assassin's Creed" drauf steht, ist auch Assassin's Creed drin. Nicht, dass ich mir da irgendwelche Illusionen gemacht hätte, denn ich LIEBE AC. Das Setting ist einfach grandios. Grundsätzlich würde ich sagen, dass Buch ist nicht durch und durch Schrott. Man kann es lesen und es ist stellenweise sogar ganz lustig.

ABER:
Als ersten Kritikpunkt möchte ich mal den Stil durch den Dreck ziehen. Ganz ehrlich: Mein Schreibstil war besser, als ich 10 war! Es ist viel zu umgangssprachlich. Ich verdächtige da aber eher den Übersetzer, grob fahrlässig gewesen zu sein und nicht den Autor.
Da flucht Leonardo da Vinci schon mal mit den Worten "Ach scheiße!" (remember: das Datum ist 1476) und wird des öfteren von Ezio "Leo" genannt.
Schön ist allerdings, dass an vielen Stellen (vorwiegend natürlich in Dialogen) italienische Vokabeln verwendet wurden. Das bereichert die Atmosphäre enorm.

Dann ist da noch die Sache mit der Handlung... Der Autor hat sich hier auf die Haupthandlung von AC beschränkt. Also auf den Handlungsstrang in dem es Hauptsächlich um Ezio geht. AC hat aber zusächlich zu der Ezio-Handlung noch eine Rahmenhandlung, die im Jahr 2012 spielt und in der ein Typ namens Desmond Miles, ein Nachfahre von Ezio, die Hauptrolle spielt. Es sei dem Autor ja gegönnt, diesen Teil der Handlung zu verschweigen. Denn es geht wirklich hauptsächlich um Ezio. Das dumme ist nur... sry, aber dass komplette Ende von AC II macht dann überhaupt keinen Sinn mehr! Denn dort wird im Original eine ziemlich wichtige Verbindung zwischen Desmonds Zeit und Ezios Zeit hergestellt. Unter anderem erfährt Ezio dadurch von Desmonds Existenz, was den kompletten weiteren Verlauf der Geschichte beeinflusst.
Außerdem mag ich Desmond. ._______.

Am Anfang der Geschichte lässt Ezio seine Geliebte Cristina in Florenz zurück. Im Verlauf der Geschichte treffen sie sich mehrmals wieder, bis Ezio sich schließlich von ihr trennen muss. Diese Geschichte zwischen Ezio und Cristina wird eigentlich erst in AC Brotherhood in Form von Flashbacks erzählt. Ich finde es gut, dass der Autor sie an dieser Stelle schon chronologisch richtig eingebaut hat, zumal es ziemlcih schwierig gewesen wäre, sie in den dritten Teil noch irgendwie reinzuschustern, weil die Flashbacks überhaupt nicht logisch in die Handlung passen. Aber! Ich hasse den Autor dafür, was er mit diesen Szenen gemacht hat! Wenn man schon stilistisch so einen Müll baut muss man doch nicht auch noch meine Lieblingsszenen derartig verschandeln!

Eines der charakteristischen Merkmale von AC sind die vielen Freerun Sequenzen, die natürlich literarisch nur sehr schwer durchzusetzen sind und daher auch viel zu kurz kommen.

Das ist jetzt nicht wirklich ein Kritikpunkt, aber etwas was mir aufgefallen ist. Ich war ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht! Leute! Der Bart wird nicht erwähnt!!! Ezio ist am Ende des Buches genauso bärtig oder unbärtig wie am Anfang!

Ach ja... damit mein CoAutor nicht wieder meckert... das Cover... tja... ist genau dasselbe wie vom Spiel. Also leckerer Assassine (ohne Bart!) vor netter Renaissance-Kulisse.

Also insgesamt... ich hab das jetzt ziemlich runter gemacht, aber so schlecht ist es eigentlich gar nicht. Man kann es lesen. Man kann Spaß daran haben. Und dann kann man es im Regal verstauben lassen, sich das Spiel kaufen und sich angucken wie AC wirklich ist.





txxx666 am 20.Apr 11  |  Permalink
Warum sollte im Florenz des Jahres 1476 nicht auch einmal "Scheiße" (bzw. dann italienisch "Merda") geflucht worden sein? Und auch einen Langnamen wie "Leonardo" unter Vertrauten zu "Leo" abzukürzen scheint mir nicht unbedingt unhistorisch...

schafu am 20.Apr 11  |  Permalink
Ich hab ja auch nicht gesagt, dass es unhistorisch ist. Ich hab lediglich gemault, weil es mich gestört hat ;-)