"Kon-Tiki - across the pazific by raft" - Thor Heyerdahl und seine fünf Verrückten schreiben Geschichte
"Das Wettfieber ging hoch, wie viele Tage unser Floß wohl halten würde und ein leichtsinniger Marieneattaché verwettete allen Whisky den die Mitglieder der Expedition für den Rest ihres Lebens trinken konnten, wenn sie ledend die Südseeinseln erreichten."
Die polynesischen Inseln wurden von Südamerika aus besiedelt, davon ist der studierte Ethnologe Thor Heyerdahl felsenfest überzeugt. Von der Fachwelt wird die Theorie allerdings nicht ernst genommen. Niemand glaubt daran, dass es möglich sein soll tausende von Seemeilen auf einem offenen Balsafloß zu überwinden, denn unglücklicherweise waren das die einzigen zum fraglichen Zeitpunkt bekannten Wasserfahrzeuge in Peru.
Um die Argumente seiner Gegner zu entkräften, beschließt Heyerdahl so ein Floß zu bauen und schlicht auszuprobieren, ob es möglich ist damit lebend und gesund den stillen Ozean zu überqueren.
Am 28. April (mein Geburtstag!!!) 1947 sticht die "Kon-Tiki" von Peru aus in See. An Bord befinden sich sechs kühne Abenteurer (alle samt Landratten) und ein grüner Papagei.
"Kon-Tiki" ist eigentlich ein Buch, das nicht auf der berüchtigten Liste stand. Aber nur deshalb, weil es mir an dem denkwürdigen Tag als wir die Liste schrieben nicht eingefallen ist. Eigentlich wollte ich es lesen, seit ich im zarten Alter von 12 Jahren in einem kleinen Museum in Oslo vor einem ziemlich merkwürdigen Gefährt aus Holz stand und mich darüber wunderte. (Die Kon-Tiki hat jetzt ein eigenes Museum in dem sie seit ihrer Rückkehr gehegt und gepflegt wird.)
Auf den ersten Blick wirkt die Handlung vielleicht ein wenig öde: Sechs bärtige und (wie der Autor ständig betont) zumeist nackte Männer lassen sich über den Pazifik treiben. Klingt recht langweilig nachdem erst einmal klar ist, dass das Vehikel nicht kurz nach dem Start auseinanderfallen wird.
Trotzdem ist das Buch mitreißend und spannend bis zur letzten Seite, und das sogar dann noch, wenn man schon weiß, dass weder dem Floß noch seiner Besatzung bei der Unternehmung ernsthaft etwas zugestoßen ist.
Mit Humor und viel Liebe zum Detail beschreibt Heyerdahl den Verlauf der Expedition und den Alltag an Bord, vom Bau des Floßes bis zur Landung in Polynesien, von der Begnung mit dem Wahlhai bis zum Hula-tanzen auf einsamen Südseeinseln.
Besonders nett: Was tust du wenn dir mitten auf dem Ozean langweilig wird? Haie am Schwanz rausziehen!
Obwohl alle Mitglieder der Expedition mittlerweile das zeitliche gesegnet haben, ist niemandem dabei etwas zugestoßen. Naja... außer dem Papagei.
Bleibt nur noch eine Frage offen... Wo krieg ich jetzt auf die Schnelle ein Balsafloß her?!
schafu am 08. September 11
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