Here Lies Arthur
"Here lies Arthur- King that was, King that will be again."
Ich habe letztens "Here lies Arthur" von Philip Reeve gelesen und das Erste was ich mal dazu sagen will ist folgendes: Mein Arthurian-Legend-Weltbild ist jetzt zerstört und Philip Reeve ist Schuld daran !!!
Okay, aber um erstmal zu der Story zu kommen, es geht in dem Buch wie schon gesagt um Arthur und die Ritter der Tafelrunde, allerdings ist die ganze Story etwas neuinterpretiert worden, bzw. nicht mehr so verschönigt wie ich das gewohnt bin. Es beginnt damit, dass das Heimatdorf von einem jungen Mädchen namens Gwyna von irgendwelchen umherziehenden Raubrittern überfallen wird und erstmal alle umgebracht werden. War halt 1500 A.D. Gang und Gebe, wenn man gedachte, sich eine weitere Kuhherde oder ein paar mehr Sklaven zu verschaffen.
Gwyna gelingt es zu fliehen und auf der Flucht begegnet sie Myrddin, der Arthurs Magier ist und in anderen Beispielen der modernen Literatur meistens Merlin heißt.
Myrddins Hauptaufgabe in Arthurs Gefolge ist die, Arthurs Taten wie Brandschatzungen, Überfälle und mehrere Kriege, möglichst heldenhaft zu verpacken. Was im Klartext heißt: Arthur verzapft irgendeinen Mist und Myrddin macht daraus mal schnell eine Heldengeschichte, die dann zu Propagandazwecken geschickt im Land verbreitet wird.
Um nicht aufzufallen verkleidet Myrddin Gwyna als Junge und sie wächst unter den anderen Knappen von Arthurs Rittern und dem Namen Gwyn auf.
Natürlich tauchen alle bekannten Personen aus der Arthurian-Legend auf wie Arthur, Gwenhwyfar, Cei und Bedwyr auf. Allerdings ist alles nicht ganz so, wie man sich das immer so vorgestellt hat. Arthur ist anscheinend total rüpelhaft, verprügelt ständig irgendwelche Frauen und nimmt es auch sonst nicht so genau mit dem ritterlichen Benehmen. Das mit dem Großkönigtum ist relativ lsutig, da zu Arthurs Zeit einfach zwanzig verschiedene Leute durchs Land ziehen, die jeder behaupten, sie wären der Großkönig, der Britannica von den Sachsen befreien würde.
Das ist so die Rahmenhandlung von "Here lies Arthur", die den anderen Arthus-Sagen nachempfunden ist, bzw. es handelt sich wohl hierbei um das Rohmaterial, aus dem man je nach Bedarf alles machen kann, was die Geschichte angeht. Es ist ein ganz gutes Buch, aber bin bis jetzt noch nicht darüber hinweggekommen, dass Gwenhwyfar und Bedwyr eine Affäre hatten, die total kacke endet und gar nicht so ist, wie uns das Thomas Malory immer erzählt hat.

wavesbreakingoverrocks am 19. Dezember 11
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Red Riding Hood
"Once upon a time there was a Girl, and there was a Wolf..."
Nachdem ich letztes Jahr den Film "Red Riding Hood" gesehen hatte und er richtig schlecht war, hatte ich noch Hoffnung, dass das Buch von Sarah Blakley-Cartwright & David Leslie Johnson vielleicht besser wäre.
Die Story handelt von Valerie, einem Mädchen, dass zusammen mit ihrer Schwester und ihren Eltern in einem Dorf lebt, das jeden Monat bei Vollmond von einem Wolf heimgesucht wird, dem die Dorfbewohner dann Tiere opfern, um selbst nicht gefressen zu werden.
Das Dorf liegt realtiv abgeschottet vom Rest der Welt und jeder kennt jeden. Valeries Familie hat nicht den besten Ruf im Ort, ihr Vater ist ein alkohlabhängiger Holzfäller und ihre Großmutter lebt alleine im Wald in einem kleinen Häuschen.
Valeries Schwester Lucie ist schön, lieb und nett und eines Tages liegt sie tot im Feld vor der Stadt. Dieses Ereigniss fällt genau zusammen mit einem Ereigniss, das nur alle 13 Jahre passiert, nämlich das Erscheinen des Blutmondes, bei dem der Mond sich bei Vollmond rot färbt.
Die Dorfbewohner gehen davon aus, dass der Wolf Lucie getötet hat und beschließen, ihn zu töten. Dazu reist Vater Salomon an, der ein berühmt-berüchtigter Werwolfjäger ist und außerdem seiner Meinung nach im Auftrag Gottes handelt.
Währenddessen sieht sich Valerie, die schon als Kind abenteuerlustig und tomboyish war, mit Frage konfrontiert, wen sie heiraten soll.
Zum einen hat Henry Lazar, der der Sohn des Schmiedes ist und Valerie ein gutes und wohlhabendes Leben geben kann, um ihre Hand angehalten und ihre Eltern haben zugestimmt. Zum andern fühlt sich Valerie aber zu Peter, einem Holzfäller, hingezogen, den sie seit ihrer Kindheit kennt, der aber ein Ausgestoßener ist.
Das ist so die Rahmenhandlung, die der Rotkäppchen-Geschichte nachempfunden ist, es ist aber eine sehr freie Interpretation, was zwar auch ganz schön sein kann, aber bei diesem Buch nicht so gut gelungen ist.
Die Charaktere fand ich ein bisschen zu stereotypisch, man hätte aus der Story viel mehr machen können.
Alles in allem ist zwar "Red Riding Hood" ein ganz annehmbares Buch, wahrscheinlich soll es aber eher ein jüngeres Zielpublikum ansprechen, was schon der Zusatz sagt, dass es jetzt eine Filmadaption von dem Regisseur von "Twilight" davon gibt.

wavesbreakingoverrocks am 06. November 11
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Devil's Kiss
Okay, eigentlich wollte ich das folgende Buch auf englisch lesen, aber dann war das auf deutsch doch billiger... "Teufelskuss" von Sarwat Chadda ist nämlich das Buch, um das sich die Review dreht und für einen Debüt-Roman ist es total toll.
Die Story spielt im London des 21.Jahrhunderts, genauer gesagt ist der Hauptschauplatz die Temple Church und die nähere Umgebung. Die Temple Church bietet das passende Setting für die Charaktere, die der Autor vorstellt und bei denen es sich um die letzten Überreste der "Armen Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem", kurz die Tempelritter handelt.
Seitdem Jaques de Molay nämlich auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, ist der Orden nämlich nicht vernichtet worden, sondern hat es geschafft, bis heute zu überleben. Die Prioritäten des Ordens haben sich natürlich ein bisschen umorientiert, jetzt sind die Mitglieder nämlich dazu da, Dämonen und ähnliches zu bekämpfen und sie im Namen Gottes zu vernichten.
Die Abteilung für Großbritannien residiert in der Nähe der Temple Church in London und bekämpft mit einer Truppenstärke von ganzen 9 Mann das Böse.
Das das ganze nicht lange gut geht, zeigt sich spätenstens mit dem Auftreten von Billi, die die Hauptprotagonistin ist und im Orden zum Ritter ausgebildet werden soll. Sie ist die Tochter des Gr0ßmeisters, weswegen sie unbedingt in die Fußstapfen ihres Vaters treten soll. Das einzige Problem an der Sache ist aber, dass sie diese Bestimmung hast und alles dafür tun würde, um aus dem Orden auszutreten.
Diese Gelegenheit ergibt sich ihr, als sie in der U-Bahn von einem mysteriösen Unbekannten (Mike) gerettet wird, in den sie sich natürlich sofort verliebt und ein neues Leben anfangen möchte.
Natürlich ist der Orden nicht angetan von dieser Idee, vor allem da Mike nicht der ist, der er zu sein scheint.
Das macht also die Rahmenhandlung aus, das Interessante an der Geschichte ist aber eigentlich, das die Verschwörung der Engel gegen Gott nochmal mit der Geschichte verbunden wird und es viele Hinweise auf die Bibel gibt. Natürlich kommt auch Romantik nicht zu kurz und der ewige Kampf gegen das Böse im Auftrag Gottes, zu dem sich die Templer berufen fühlen.
Ich hab das Buch auf deutsch gelesen, die Übersetzung ist realtiv gut gelungen, bzw. sie hört sich gut an, ich bin da allerdings immer etwas skeptisch.
Das Coole an dem Buch ist außerdem, dass der Autor wohl eine Schwäche für "The Arthurian Legend" hat, weil alle Charaktere ausser die Hauptprotagonistin nach den Rittern der Tafelrunde genannt sind, was ich klasse fand.
Alles in allem war "Teufelskuss" ein richtig geniales Buch, auch wenn sich der Titel ein bisschen klischeehaft anhört, es ist total schön geschrieben, die Charaktere sind gut herausgearbeitet und die Story ist schlüssig.

wavesbreakingoverrocks am 06. November 11
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Fire
"It did not surprise Fire that the man in the forest shot her. What surprised her was that he shot her by accident."
Das nächste Buch, das ich gelesen habe, ist "Fire" von Kristin Cashore, es ist ein Sequel zu "Graceling" und die Handlung setzt deshalb vor der Story von "Graceling" ein.
Das Cover ist sehr schön, ich finde es gelungener als das Cover zu "Graceling", man sieht die Hauptprotagonistin, zumindest wenn man die britische Version des Buches hat.
Die Story spielt in der gleichen finktiven Welt wie "Graceling" allerdings in einem anderen Land, bzw. einem Land, das an die Sieben Königreiche angrenzt. Dieses Mal gibt es allerdings keine beschenkten Personen wie in "Graceling" sonder Monster. Diese Monster sehen eigentlich aus wie normale Tiere, der einzige Unterschied ist allerdings dass sie andere, ausgefallerne Fellfarben haben.
Diese Monster sind für die Bevölkerung realtiv gefährlich, weswegen sie auch prinzipiell erst mal getötet werden, sobald man welche sieht. Einige Monster werden auch von Adligen gerne als Haustiere gehalten, wie Katzen mit pinkem Fell, oder ähnliches. Zusätzlich dazu gibt es auch Monster in menschlicher Gestalt.
Die Hauptprotagonistin des Buches ist Fire, eine junge Frau, deren Vater besagtes Monster in menschlicher Gestalt war, deren Mutter allerdings eine normale Angestellte am Hof des Königs war.
Fire ist übermenschlich schön und kann Gedanken lesen, was sie anderen Menschen überlegen macht.
Diese Tatsache ist ihr aber eher unangenehm, weswegen sie auf einem Landsitz, zurückgezogen vom Trubel des königlichen Hofes lebt.
Eines Tages trifft Fire im Wald auf einen Bogenschützen, der sie aus Versehen anschießt.
Dieser Angriff bringt den Stein ins Rollen und Fire beschließt, dem rätselhaften Angriff auf den Grund zu gehen.
Dabei verstrickt sie sich immer mehr in höfische Intrigen und wird zu einem Spielball von verschiedenen Parteien, in einem Krieg, der droht, das ganze Königreich zu zerstören.
Die Rahmenhandlung, die Kristin Cashore aufbaut, ist in ihrem neusten Buch sehr komplex und reich ausgeschmückt. Die Story dreht sich hauptsächlich um Fire und den moralischen Konflikt, dem sie sich stellen muss: Inwiefern ist es vertretbar, die Gedanken von Menschen zu kontrollieren, wenn man damit möglicherweise einen Krieg beenden könnte ?
Natürlich gibt es auch in diesem Buch wieder romantische Elemente, die ich persönlich gut eingearbeitet finde.
Mein Lieblingscharakter war Brigan, er ist der Herrführer der königlichen Armee und wird von König Nash als Tronerbe eingesetzt. Er gehört zu den wenigen Charaktern des königlichen Hofes, der noch nicht so verdorben wie alle anderen sind und dem das adlige Leben widerstrebt.
Ich hab das Buch auf englisch gelesen, und fand es eigentlich realtiv leicht zu lesen, der Schreibstil der Autorin hat sich natürlich verbessert, was ich gut finde. Die Charaktere sind gut herausgearbeitet und sehr fasettenreich; trotz der vielen Charaktere ist es der Autorin gelungen, das beizubehalten.
Alles in allem war "Fire" ein sehr guter Roman, er ist sogar noch besser als "Graceling". Vor allem der moralische Zwiespalt der Protagonistin und die Entwicklung der anderen Charaktere sind von der Autorin sehr gut herausgearbeitet.

wavesbreakingoverrocks am 06. November 11
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Graceling
"My name is Katsa. And my grace is killing..."
Irgendwo zwischen Lernen fürs Abi, Ferien und diversen Praktika hab es mal wieder geschafft, ein weiteres Buch der Liste zu lesen, nämlich "Graceling" von Kristin Cashore.
Als erstes möchte ich etwas zur Covergestaltung sagen, ich hatte mir die britische Version ausgeliehen. Ich find das Cover ganz passend, man sieht eine junge Frau und es sind ein paar stilisierte Schneekristalle auf das Cover gedruckt (ich mag Schnee).
Die Story spielt in einem fiktiven Land, den sieben Königreichen, ich würde sagen es ist so ungefähr die Zeit in der es noch keinen Strom gab. In diesem Land gibt es Personen, die mit bestimmten Gaben beschenkt sind. Diese Leute haben ein signifikantes Merkmal, dass sie als "Beschenkte" auszeichnet, nämlich verschiedenfarbige Augen; es gibt verschiedene Arten von Gaben von unbedeutenden wie bis zu wertvollen wie Gedankenlesen, Kämpfen oder Töten. Beschenkte gehören dem König und leben meistens an dessen Hof, wenn sie nützliche Gaben haben.
Das Leben der Beschenkten ist nicht gerade schön, da sie in den unteren Gesellschaftsschichten als Ausgestoßenen gelten und auch am königilichen Hof nicht viel Spaß haben.
Die Protagonistin des Romans ist Katsa, sie ist die Nichte von König Randa und wird von ihm als Waffe genutzt um seine tyrannische Herrschaft über sein Land auszuüben. Katsa Gabe ist Töten, was Randa sehr gelegen kommt.
Katsa ist mit dieser Rolle natürlich nicht zufrieden und hat deshalb eine Untergrundorganisation gegründet, die gegen die Ungerechtigkeit König Randas kämpft.
Eines Tages stolpert Katsa über eine Verschwörung die das Gefüge der bekannten Welt aus den Angeln heben könnte und für alle Beteiligten folgenschwer sein könnte.
Das ist so die Rahmenhandlung der Story, die Autorin schafft also einen Mix aus Abenteuer, Krieg und wie sollte es auch anders sein, ein bisschen Romantik.
Ich hab das Buch auf englisch gelesen, ich hatte es zuvor auch schon auf deutsch gelesen und muss sagen, dass ich beide Ausgaben gut, ich mag die englische aber mehr, weil ich eben Englisch prinzipiell besser finde.
Cashore verwendet einen sehr schönen Schreibstil, die Charaktere sind gut herausgearbeitet und die Story ist schlüssig. Das einzige was ich bemängeln muss, ist das Ende, das irgendwie nicht zum Rest der Story gepasst hat, aber alles in allem war es ein gutes Buch.
Alles in allem war "Graceling" ein sehr schöner Roman, da er ein bisschen was von allem hat und die Gewissenskonflikte der Protagonistin sehr gut herausgearbeitet sind.

wavesbreakingoverrocks am 01. November 11
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