Samstag, 5. März 2011
Das ist nur für den Fall, dass die Welt untergeht
Hier also mein erstes Projekt “Die Welt wie wir sie kannten” von Susan Beth Pfeffer

Ich werde erstmal was über die Gestaltung des Covers schreiben (ich habe die Hardcover Version gelesen), ich finde sie relativ gut gelungen, allerdings ist es jetzt nicht die Covergestaltung des Jahrtausends, aber das Thema des Buches wurde doch ganz gut umgesetzt. Das einzig unvorteilhafte ist meiner Meinung nach die Wahl der Schrift, aus irgendeinem Grund dachte ich ständig, dass das so ein Buch für Kinder sei, dass sie so über die globale Erderwärmung aufklären soll oder so….

Okay, alles in allem handelt das Buch von Miranda, die ein Tagebuch führt, und dieses Tagebuch ist eben dann der Roman. Es fängt damit an, dass alle ein ganz normales Leben haben, Miranda wohnt mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in Pennsylvania, ihre Eltern sind geschieden und ihr Vater hat vor kurzem neu geheiratet. Bis dahin ist noch alles schön und gut, aber eines Abends wird der Mond von einem Kometen getroffen und gerät aus seinem Orbit, was im Klartext heißt, dass er näher an der Ende ist als vorher und die Bevölkerung Amerikas dann schon so ein bisschen beunruhigt ist.

Aufgrund dieses Zwischenfalls, der von Astronomen im Vorfeld als ungefährlich beschrieben wurde, verändert sich der Alltag von Miranda und ihrer Familie rasend schnell, da alle möglichen Naturkatastrophen entstehen, die Menschen mit Hamsterkäufen beginnen, kurz und knapp es herrschen kriegsähnliche Zustände.

Ich hab für das 410-seitige Buch so ungefähr 7 Stunden gebraucht, woraus sich etwa 58 Seiten pro Stunde ergeben, der Lesefluss ist also gut, vor allem, weil das Buch wie eine Art Tagebuch geschrieben ist (es ist aber nicht mit so kitschigen “Liebes Tagebuch”-Sätzen versehen) und außerdem aus der Ich-Perspektive.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr schön, er ist zwar relativ simpel, aber trotzdem nicht platt oder so.

Mein Lieblingscharakter war Megan, sie ist eine Freundin von Miranda, weil sie erzkatholisch war (mit 16 Jahren) und sich durch nichts von ihrem Glauben hat abbringen lassen.

Die Nutzung von sämtlichen Drogen wie Kaffee und ähnlichem war eigentlich nicht nötig, ich hab bloß literweise Wasser getrunken, was ja nicht zählt.

Alles in allem war “Die Welt wie wir sie kannten” ein erschütternder, beklemmender aber auch furchtbar schöner Roman, der zeigt, dass man ohne Internet, fließendes Wasser und Strom überleben kann und einen Appell an den Leser richtet, sich auf die wirklich wichtigen Sachen im Leben zu konzentrieren.

Ich fand das Buch richtig schön und herzzerreißend, ich hab so ab der Hälfte des Buches nur noch geweint, entweder weil das alles so schön oder so unglaublich traurig war. Außerdem ist man nach dem Lesen des Buches sehr dazu animiert, mal zu fasten, was ganz gut in die Jahreszeit passt.

Alles in allem ist “Die Welt wie wir sie kannten” ein Roman, der zum Nachdenken anregt und betroffen macht, und ich empfehle allen dringendst, ihn zu lesen.

P.S. Ich muss leider davon absehen, den letzten oder den ersten Satz des Buches hier zu notieren, da der erste uninteressant ist und der letzte eben zu viel von dem Ausgang des Buches verrät.



Mittwoch, 2. März 2011
Gegenthese: Warum gebundene Bücher einfach ästhetischer sind
Ich bekenne: Ja, ich hasse (neue) Taschenbücher. Alte Taschenbücher haben Style. Neue Taschenbücher sind scheiße. Taschenbücher, die so sind, wie im vorher gehenden Beitrag von meiner Kollegin beschrieben sind toll. (Siehe meine Ausgabe von "Per Anhalter durch die Galaxis", die mittlerweile schon fast 30 Jahre alt ist - 9 Jahre älter als ich)
Ich bekenne außerdem: Ja, ich HASSE es, wenn bei Taschenbüchern (vor allem neuen) der vordere Buchdeckel absteht. Das ist das Grauen. Ich lege dann immer irgendetwas drauf, um den Versuch des betreffenden Buches mich zur Weißglut zu treiben bereits im Keim zu ersticken.
Und ich hasse Reclam-Bücher. Ja, sie sind billig. Ja, das format ist vielleicht praktisch. Und nein, ich würde auch nicht übermäßig viel Geld in Schullektüren stecken, die ich einmal lese und dann beseitige. Aber in meinen Augen gibt es ansonsten kein Argument, dass die bezeichnung "Buch" für derartige Heftchen rechtfertigt.
Ich bin der festen Überzeugung, dass es Geschichten gibt, die nicht in Taschenbuchform veröffentlicht werden sollten, weil es die Atmosphäre zerstört. Alte Bücher zum Beispiel.
Ich bin seit neustem stolzer Besitzer einer gebundenen Sammelausgabe von Sherlock Holmes. Ich bin seit längerem stolzer Besitzer sämtlicher Holmes-Geschichten auf Deutsch- allerdings als Taschenbücher. Und ich muss sagen: Obwohl die Englische Version 4 Tonnen wiegt finde ich sie eindeutig ästhetischer.
Gebundene Bücher kann man nicht zerknicken. Sie werden nicht so leicht wabbelig, man kann andere Sachen damit beschwehren. Man kann Leute damit erschlagen und was das beste ist: Der Buchdeckel kann nicht abstehen.


Books are forced to look scruffy
Untertitel: Warum total abgelesene Bücher so toll sind.

Also, ich schreib jetzt hier was über ästhetische Taschenbücher, die mindestens die Eigenschaft zu erfüllen haben, dass sie fast auseinander fallen, man den Großteil der Seiten durch Tesafilm rettten musste oder sich der Kleber schon so langsam aber sicher in seinen gasförmigen Ursprungszustand zurückentwickelt hat (sprich: er ist nicht mehr exsistent).
Taschenbücher sind toller, wenn sie schon so oft gelesen hat, dass man sie durchblättern kann und genau die Stelle wiederfindet, die man mindestens schon 8ooo Mal gelesen hat (man kann sie also auswendig, aber das ist egal) aber immer noch toll findet. Die Seiten sind dann auch nicht mehr versiegelt, sondern man merkt, dass das in einem früheren Leben mal ein Baum gewesen ist.
Den Buchrücken hat man in dieser Phase schon mindestens 8 Mal wieder ankleben müssen, man kann das Buch auch nie wieder auf dem Flohmarkt oder so verkaufen, weil es einfach aussieht, als wäre ein Zug drübergefahren, aber das ist einem dann egal.
Ich habe besagtes Exemplar bei mir zu Hause rumstehen ("Das stürmische Mädchen" von Leo Lindner), man kann das Buch einmal komplett umschlagen, also das sich Cover und Rückseite berühren, obwohl ich das Buch nie so geknickt habe.
Man könnte sich nach jahremlangem Immerwieder-Lesen des Buches auch einfach mal eine neue Ausgabe leisten, aber das ist ja nicht der Sinn der Sache.
Ein ästhetisches Taschenbuch muss eben wie schon dreimal gestorben und viermal in die Badewanne gefallen sein aussehen, das erst macht den Charme ästhetischer Taschenbücher aus.

So ich hab jetzt genug über abgenutzte Taschenbücher geschrieben, ich hoffe man hat meinen Ansatzpunkt verstanden (ich frag mich gerade selbst, welcher der war o.O)


Auf der Flucht vor dem intergalaktischen Gesetz mit Zaphod Beeblebrox und Konsorten
Hier also mein erstes Projekt... "The hitchhikers guide to the galaxy"

Seitenzahl: 187
Lesezeit: ca. 2 Tage = ca. 48 Stunden (daraus ergibt sich eine durchschnittliche Lesegeschwindigkeit von 3,89 Seiten pro Stunde)

Die Hauptfigur des Buches ist Arthur Dent – ein absolut durchschnittlicher Erdenbürger ohne nennenswerte besondere Eigenschaften.
Seine Odyssee durch die Galaxis beginnt eines Donnerstags, als die Erde vernichtet wird, um Platz für eine intergalaktische Umgehungsstraße zu machen. Für die Bürokraten von Alpha Centauri ist der Tod der gesamten Erdenbevölkerung dabei nur ein unwichtiger Kollateralschaden. Gerettet wird Arthur nur, als sich herausstellt, dass sein bester Freund Ford Prefect nicht etwa von der Erde, sondern in Wirklichkeit von einem unscheinbaren Planeten in der Nähe von Beteigeuze stammt und auf der Erde Feldforschungen für den intergalaktischen Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“ durchführte. Arthur und Ford werden zunächst von einem vogonischen Vernichtungsschiff und schließlich von der „Herz aus Gold“, dem modernsten Schiff in der gesamten Galaxis aufgelesen, das zufällig von Zaphod Beeblebrox (Fords Halbcousin) und Trillian, einem Mädchen von der Erde, das dieser dort aufgerissen hat, geflogen wird. Zaphod ist zwar der Präsident der Galaxis, befindet sich aber derzeit auf der Flucht vor dem Gesetz, weil er sich den Posten nur deshalb verschafft hatte, um die „Herz aus Gold“ zu klauen.
Zusammen mit dem manisch-depressiven Roboter Marvin macht sich die Crew auf die Suche nach dem sagenumwobenen Planeten Magrathea, dessen Bewohner Luxusplaneten für gut betuchte Kunden herstellen...

„Per Anhalter durch die Galaxis“ ist der erste von 5 (?) Bänden. Der Stil erweckt ein wenig den Eindruck eines in den Weltraum verfrachteten Terry Pratchetts, wenn auch irgendwie nicht ganz so tiefsinnig. Trotzdem fand ich es... sagen wir mal... erfrischend sinnlos.
Allerdings muss ich sagen, dass ich zum Teil Zweifel an der Authentizität meiner Übersetzung habe. Ich habe (wie bereits erwähnt) eine Taschenbuchausgabe von 1982 und einige Ausdrücke erscheinen schon sehr eingedeutscht bis etwas unhandlich.
Insgesamt hat mir das Buch aber viel Spaß gemacht, ich hab es verschlungen und ich erwäge ernsthaft den zweiten Teil „Das Restaurant am Ende des Universums“ gleich hinterher zu schlucken, allein um herauszufinden, was mit Zaphods weggeätzten Synapsen passiert ist.

In diesem Sinne: „Okay Baby, halt dich fest“, sagte Zaphod, „Wir essen schnell n' Häppchen – im Restaurant am Ende des Universums.“

Da mein Ko-Autor sonst beleidigt ist, hier ein Bild von der Uralten Taschenbuchausgabe meines Hitchhikers von 1982


Dienstag, 1. März 2011
Der Countdown läuft!
"Weit draußen, in den unerforschten Einöden eines total aus der Mode gekommenen Ausläufers des westlichen Spiralarms der Galaxis leuchtet unbeachtet eine kleine gelbe Sonne. Um sie kreist in einer Entfernung von etwa achundneunzig Millionen Meilen ein absolut unbedeutender, kleiner, blaugrüner Planet, dessen vom Affen abstammende Bioformen so erstaunlich primitiv sind, dass sie Digitaluhren noch immer für eine unwahrscheinlich tolle Erfindung halten."
-Douglas Adams, "Per Anhalter durch die Galaxis"-

Als ich noch klein war, hat mein Vater mir das Buch vorgelesen, also kenne ich es genaugenommen schon. Da die ganze Aktion allerdings bereits gute 12 Jahre her ist und ich mich kaum noch daran erinnern kann, habe ich heute, im zarten Alter von 20 Jahren, große Freude daran es wieder zu entdecken.
Eigentlich wollte ich unbedingt die englische Version lesen, aber leider gibt weder die örtliche Leihbücherei, noch das Bücherregal, noch mein Geldbeutel das her. *seufz* Also muss die uralte Taschenbuchversion von meinem Vater ran.

Na dann... Bon voyage...