Mittwoch, 20. April 2011
Wahrheit wird mit Blut geschrieben...
Die italienische Renaissance - Florenz im Jahre 1476...
Ezio Auditore wird Zeuge, als sein Vater und seine Bruder in Folge einer mysteriösen Verschwörung gegen die Familien öffentlich des Hochverrats angeklagt und hingerichtet werden. Ezio schwört Rache, muss aber zunächst mit seiner Mutter und Schwester aufs Land fliehen, um diese zu beschützen. Dabei lässt er unter anderem seine große Liebe, Cristina, zurück. Auf dem Landsitz seines Onkels erfährt Ezio schließlich, dass sein Vater, nicht nur ein Bankier war, sondern ein Assassine. Und er war nicht der erste Assassine in der Familie... Ezio tritt in die Fußspuren seiner Vorfahren, lässt sich ebenfalls zum Mörder ausbilden und macht sich auf um die Verräter zu jagen, die seine Familie auf dem Gewissen haben. Dabei stößt er auf die Spuren einer Uralten Prophezeiung und Relikte, die an den Grundfesten des christlichen Glaubens rütteln.

Zunächst mal... nicht überall, wo "Assassin's Creed" drauf steht, ist auch Assassin's Creed drin. Nicht, dass ich mir da irgendwelche Illusionen gemacht hätte, denn ich LIEBE AC. Das Setting ist einfach grandios. Grundsätzlich würde ich sagen, dass Buch ist nicht durch und durch Schrott. Man kann es lesen und es ist stellenweise sogar ganz lustig.

ABER:
Als ersten Kritikpunkt möchte ich mal den Stil durch den Dreck ziehen. Ganz ehrlich: Mein Schreibstil war besser, als ich 10 war! Es ist viel zu umgangssprachlich. Ich verdächtige da aber eher den Übersetzer, grob fahrlässig gewesen zu sein und nicht den Autor.
Da flucht Leonardo da Vinci schon mal mit den Worten "Ach scheiße!" (remember: das Datum ist 1476) und wird des öfteren von Ezio "Leo" genannt.
Schön ist allerdings, dass an vielen Stellen (vorwiegend natürlich in Dialogen) italienische Vokabeln verwendet wurden. Das bereichert die Atmosphäre enorm.

Dann ist da noch die Sache mit der Handlung... Der Autor hat sich hier auf die Haupthandlung von AC beschränkt. Also auf den Handlungsstrang in dem es Hauptsächlich um Ezio geht. AC hat aber zusächlich zu der Ezio-Handlung noch eine Rahmenhandlung, die im Jahr 2012 spielt und in der ein Typ namens Desmond Miles, ein Nachfahre von Ezio, die Hauptrolle spielt. Es sei dem Autor ja gegönnt, diesen Teil der Handlung zu verschweigen. Denn es geht wirklich hauptsächlich um Ezio. Das dumme ist nur... sry, aber dass komplette Ende von AC II macht dann überhaupt keinen Sinn mehr! Denn dort wird im Original eine ziemlich wichtige Verbindung zwischen Desmonds Zeit und Ezios Zeit hergestellt. Unter anderem erfährt Ezio dadurch von Desmonds Existenz, was den kompletten weiteren Verlauf der Geschichte beeinflusst.
Außerdem mag ich Desmond. ._______.

Am Anfang der Geschichte lässt Ezio seine Geliebte Cristina in Florenz zurück. Im Verlauf der Geschichte treffen sie sich mehrmals wieder, bis Ezio sich schließlich von ihr trennen muss. Diese Geschichte zwischen Ezio und Cristina wird eigentlich erst in AC Brotherhood in Form von Flashbacks erzählt. Ich finde es gut, dass der Autor sie an dieser Stelle schon chronologisch richtig eingebaut hat, zumal es ziemlcih schwierig gewesen wäre, sie in den dritten Teil noch irgendwie reinzuschustern, weil die Flashbacks überhaupt nicht logisch in die Handlung passen. Aber! Ich hasse den Autor dafür, was er mit diesen Szenen gemacht hat! Wenn man schon stilistisch so einen Müll baut muss man doch nicht auch noch meine Lieblingsszenen derartig verschandeln!

Eines der charakteristischen Merkmale von AC sind die vielen Freerun Sequenzen, die natürlich literarisch nur sehr schwer durchzusetzen sind und daher auch viel zu kurz kommen.

Das ist jetzt nicht wirklich ein Kritikpunkt, aber etwas was mir aufgefallen ist. Ich war ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht! Leute! Der Bart wird nicht erwähnt!!! Ezio ist am Ende des Buches genauso bärtig oder unbärtig wie am Anfang!

Ach ja... damit mein CoAutor nicht wieder meckert... das Cover... tja... ist genau dasselbe wie vom Spiel. Also leckerer Assassine (ohne Bart!) vor netter Renaissance-Kulisse.

Also insgesamt... ich hab das jetzt ziemlich runter gemacht, aber so schlecht ist es eigentlich gar nicht. Man kann es lesen. Man kann Spaß daran haben. Und dann kann man es im Regal verstauben lassen, sich das Spiel kaufen und sich angucken wie AC wirklich ist.



Donnerstag, 31. März 2011
Star-Crossed Lovers
Ich habe endlich, nach gefühlten 8000 Stunden “Romeo and Juliet” von William Shakespeare fertig gelesen. Okay, eigentlich waren es nur geschätzte 12 Stunden, aber das war bei 106 Seiten auch schon lang. Ich hab also 8 Seiten pro Stunde geschafft.

Ich fange wie immer mit der Covergestaltung an, die diesmal richtig hässlich war. Ich hab jetzt kein Bild von dem Buch genau gefunden, aber Penguin Books hat da so eine ganze Reihe rausgebracht, die alle gleich aussehen. Also es ist auf dem Bild rechts. Ich mein, wer würde den dazu angeregt werden , ein Buch mit so einem Cover zu kaufen ? Schon allein von Shakespeares Porträt wird man abgeschreckt…

Die Story ist bekannt, ich erklär sie aber trotzdem nochmal im Schnelldurchlauf. Also, “Romeo and Juliet” ist ein Schauspiel, es spielt in Verona (Italien), in dem die Familien Montague und Carpulet leben. Die beiden sind Totfeinde, man erfährt zwar nicht warum, ist aber einfach so.

Eines schönen Tages trifft Romeo Monatgue auf Juliet Carpulet, die beiden verlieben sich unsterblich ineinander und das Desaster ist vorprogrammiert.

Dann folgen die Shakespeare typischen Elemente, es wird gehasst, geliebt und gestorben. Die Beziehung von Romeo und Juliet geht natürlich nicht gut aus, sondern endet im Selbstmord beider Protagonisten, wodurch sich die beiden Familien dann wieder vertragen.

So, der Lesefluss ist schrecklich, man sollte sich lieber den Film von Baz Luhrman mit Claire Danes und Leonardo DiCaprio ansehen, dann ist das auch schneller rum. Die stilistischen Mittel sind auch etwas seltsam, ältere Personen sprechen im Paar- oder Kreuzreim, während die rebellische Jugend gar kein Reimschema verwendet.

Außerdem erschlägt Shakespeare einen mit Metaphern, die ich bis heute noch nicht verstanden habe und die alle ein bisschen merkwürdig sind. Des weiteren sprechen Romeo und Juliet dermaßen lang und schwülstig, dass man beinahe froh ist, wenn sie tot sind.

Mein Lieblingscharakter war Tybalt, er ist unbeherrscht, verschlagen und geht mit dem Kopf durch die Wand.

“More than Prince of Cats. O, he’s the courageous
captain of compliments …
… By Jesu, a very good
blade, a very tall man, a very good whore!”

Wie schon gesagt, war das Buch eher schwer zu lesen, man braucht Vorkenntnisse der alten englischen Sprache, ansonsten versteht man schlecht um was es geht. Ich bin generell immer skeptisch, wenn man fremdsprachige Lyrik ins deutsche übersetzt, aber ich glaube, dass das bei “Romeo & Juliet” relativ gut gelingt.

Ich musste mich wirklich durch das Buch hindurchquälen, ich bin während des Lesens zweimal eingeschlafen und zwar mitten in der Szene, bzw. im Satz.

Alles in allem ist “Romeo and Juliet” eben die Star-crossed lovers –Geschichte überhaupt, das Buch ist ganz annehmbar, wenn man die Muse hat, sich damit zu beschäftigen. Es hilft, wenn man vorher den Film gesehen hat.

Also, viel Spaß bei Lesen, man ist froh, wenn man diesen Satz liest: “For never was a story of more woe, than this of Juliet and her Romeo.”



Donnerstag, 24. März 2011
Aus aktuellem Anlass: Edward stinkt!
Nachdem meine Bemühungen um Sherlock Holmes nun erfolgreich abgeschlossen sind, ist es für mich Zeit mich meinem nächsten Opfer zuzuwenden. Es handelt sich dabei um einen anderen Klassiker der Weltliteratur, den ich leider nur als e-book besitze (allerdings auch auf englisch), da ich es aber hasse auf meinem Laptop lange Texte zu lesen, werde ich es mir vielleicht gönnen die etwa 270 Seiten einfach doppelseitig auf Umweltpapier auszudrucken. Oder ich geh zum Buchhändler und kaufe mir einfach eine Reklam-Ausgabe davon...
Egal! Da ich jetzt meine schriftlichen Abiprüfungen mit Hängen und Würgen hinter mich gebrachte habe, hab ich wieder Zeit zu lesen. Ich mache mich also hiermit an die englische Originalausgabe von Bram Stokers "Dracular". Macht euch schon mal auf einiges gefasst, denn wer sich Dr. van Helsing verkörpert durch Hugh Jackman mit Ledermantel und Hut vorstellt liegt ziemlich weit daneben...
Da ich allerdings mit dem Buch noch nicht so weit gekommen bin, möchte ich mich an dieser Stelle aus aktuellem Anlass lieber an etwas anderem auslassen das zu dem Thema passt - nämlich an Edward. Ihr wisst schon... diese weichgespülte Möchtegern-Fledermaus mit den großen Dackelaugen.
Ja... es ist mal wieder soweit. Der Edward-Hype bricht los. Zur Abwechslung mal nicht, weil ein neuer Film Scharen hysterischer Teenager in die Kinos zieht - nein! Diesmal gibts ihn nur in der Glotze.
Also eines muss man der Authorin ja lassen: Er lässt sich wirklich sehr gut vermarken. Aber auch nur deshalb, weil Edward in uns Frauen den Urinstinkt des weiblichen Säugetiers schlechthin anspricht. Nein, nein, ich meine nicht den Mutterinstinkt, so erbärmlich ist Eddi nun doch nicht - viel mehr das Bedürfnis beschützt zu werden. Wer von euch, meine Damen, hätte nicht gerne eine bleichgesichtige Kreatur an ihrer Seite, die sich für sie vor einen fahrenden Truck wirft, oder mit bloßen Händen tiefe Dellen in irgendwelche Autos schlägt? Jemand der euch aus einer dunklen Ecke eures Zimmers dabei zusieht wie ihr schlaft (ohne euer Wissen)? Jemand der auf eurem Bett liegt und sehnsüchtig die Fledermausohren spitzt, während ihr gerade unter der Dusche steht? *seufz* Der Traum eines jeden Mädchens...
Ganz ehrlich? Wenn das komische Film-Mädchen nicht aus irgendwelchen Gründen die mir völlig schleierhaft sind, wahnsinnig in ihn verknallt wäre, wäre der Typ ein totaler Stalker! Fehlt nur noch, dass er nachts ihre getragene Unterwäsche klaut und daran schnüffelt!
Darüber hinaus sieht er noch nicht mal besonders gut aus. Sexiest Man Alive? Wie bitte?! DER?!
Das schlimmste an der ganzen Sache ist eigentlich, dass das komplette Genre auf Jahrzehnte hinaus buchstäblich "ausgesaugt" (haha! guter witz, oder?) ist. Wer vorher schon auf Blutsauger stand, kann nicht hoffen jemals wieder vernünftige Literatur in die Hände zu bekommen. (Nein ich zähle mich selbst nicht zu dieser Gruppe, ich bedauere sie nur.)
Und dabei gibt es doch so nette Vampirgeschichten (sowohl im Film als auch in der Literatur)... von Dracular - der Mutter des Vampirgenres - einmal ganz abgesehen. Ich sage nur: Tom Cruise mit Fangzähnen? Lecker!